Liebes Tagebuch,
ich bin verwundert, dass du bis heute die Stange hälst und dich nicht dagegen wehrst, dass du missachtet und ignorierst, zur Seite gestoßen und in den Dreck gedrückt wirst.
Ich schreibe dir aus einem Anlass, den ich selber noch nicht erkenne. Aber ich denke, es hat etwas mit Menschen zu tun, die einem – irgendwie, irgendetwas – bedeuten.
Der Trommler der Band, über die wir hier bisher stets schrieben, hat es wahrgemacht und die Saiten in einem anderen Umfeld geschwungen:
Seine Band Solarian Insanity hat es geschafft und am Freitag den Mülheimer Ringlokschuppen in seinen Grundstatuten erschüttert. Nicht, weil sie Vorgruppe einer interessanten Fluxotruxotronic-Kapelle waren, deren Songkonzepte aus Hi-Hat Tiptip und Saxophon Tröttröt bedeutet (uncool!), sondern weil sie sich einfach hingestellt haben und – mit kleinen Abzügen in der B-Note – einfach mal ganz ungezwungen ihr Set durchspielten. Erinnere ich mich an andere Konzerte in der Kreisliga, erlebe ich viel zu oft Menschen, die sich (und die Audienz) mit Kostümen oder T-Shirt (oder CDs…) beschmeißen, die komische Stadionansagen machen oder sich dazu genötigt fühlen, sich hinter komischen Maskeraden und Pseudoszenen zu verstecken.
Das letzte Mal habe ich mich von einer kleinen Mülheimer Band derart ehrlich angesprochen gefühlt, als ich nachher die Frage bejaht bekam, ob wir bald eine EP aufnehmen.
Genau diese Frage habe ich den Solarianern jetzt auch gestellt.
Bis Bald,
Gavin

Ich musste schon ein wenig schmunzeln, als ich diese ja fast poetische Beschreibung auch eben meines Freitagabends gelesen habe und bin froh, dass es scheinbar Gefallen gefunden hat.
Ich, der sich noch nicht lange mit Musik befasst, hatte auf jeden Fall eine kleine Sternstunde am Freitagabend und bin froh, genau so rübergekommen zu sein wie man es wollte. Trotz der fehlenden Kompetenz (so nenn ich es mal) am Bass hat es eine Menge Spaß gemacht und ich freue mich auf die nächsten Auftritte (leider noch keine in Sicht) und natürlich auf unsere geplante EP (zu Gavin schiel)
Lange Rede, kurzer Sinn: Danke für das Lob und wir würden gern mit dir was machen!
Bis dann, hau rein,
Alex